1994 – 2001

der anfang / the beginning – falk von traubenberg

 

1994-2001 falk von traubenberg (pdf-de)  // 1994-2001 falk von traubenberg (pdf-en, coming soon)

 

zu beginn steht der wechsel vom technisch-mathematischen hin zum kreativ-gestalterischen, etwas platt gesagt vom wie zum warum. es ist mein wechsel vom bauingenieurstudium hin zum architekturstudium, das ich 1994 beginne. auch ist es die zeit meiner ersten eigenen kamera, einer nikon f4s, die ich mit kleinbild diafilmen füttere. für mich ist dies die stunde null auf dem weg zu meiner künstlerischen arbeit, die ich zu dieser zeit weit von mir gewiesen hätte. ich hatte nichts, gar nichts künstlerisches an mir. weder konnte ich gut malen, zeichnen noch fotografieren. meine möglichkeiten waren verborgen und ich folgte einem intuitiven impuls und meiner liebe. das fundament in sachen gestalten und konzipieren schaffe ich mir im rahmen meines architekturstudiums, mein gestaltungs- und ausdruckswillen schlummert in mir und wird erweckt.

im laufe des studiums ging es mir immer mehr um den ansatz, die idee, sprich um den entwurf. somit wurde die entwurfsarbeit, das konzept und die struktur immer prägender für mich. der freiraum, den ich zu jener zeit wider erwarten an der fh konstanz erleben durfte, lies eben diese von mir gewünsche auseinandersetzung mit den professoren meines vertrauens zu. die fotografie, zuerst quasi rein dokumentarisch auf exkursionen von mir eingesetzt, wurde nach und nach immer mehr auch gestalterisch und experimentell von mir genutzt – mein blick begann sich zu entwickeln.

wegweisend waren die präsentationen der new york und der moskau exkursion im auditorium der fh, die ich in einer dia-ton-schau zusammengestellt hatte. in diesen ging es mir nicht um das dokumentieren der reisen, sondern um das gefühl, die energie, die der jeweilige ort ausstrahlte. die fotografie wurde experimenteller.

dazu kam auch die schulung meines blickes in sachen architektur und die verknüpfung mit der fotografie. schon aus dem studium heraus hatte ich erste veröffentlichungen und kleine aufträge in sachen architekturfotografie – zu der zeit alles mit meiner kleinbildkamera.
zwei wesentliche entwürfe im studium basierten auf dem quadrat und seinen gestaltungsmöglichkeiten. das eine war ein entwurf im 4. semester, es galt ein museum für camille claudel zu entwerfen. das andere war meine diplomarbeit im sommersemester 2000, in der ich ein werkstattgebäude zur verarbeitung der kriegserfahrungen in sarajevo entwarf. ein in acht teile gebrochener würfel und ein sich darunter befindlicher quadratischer raum symbolisierten bruch und die möglichkeit der heilung.

nach dem studium arbeitete ich acht monate als architekt in der schweiz. eine zeit, die mir zum einen zeigte, das ich mit dem eigentlichen bauen nicht meine berufung gefunden hatte und ich schlecht in festen strukturen arbeiten konnte. zum anderen bekam ich darüber den kontakt zum kantonalen hochbauamt im thurgau, für das ich später als architekturfotograf an einem buchprojekt mitarbeiten sollte.

am ende dieser periode im jahr 2001 steht die fotografische entdeckung meines eigenen körpers stellvertretend für das mensch sein in meinen fotoarbeiten. in den fotoarbeiten meiner frankfurter zeit liegt der samen meiner langjährigen auseinandersetzung: abstraktion, experiment und der eigene körper. ich begebe mich naiv und unerfahren in die selbständigkeit als fotograf und angehender künstler.

 

fbrvt 03/2019